Atelier Editions FANAL in Basel – Editionen konstruktiver Kunst: Serigrafien, Radierungen, Multiples und Künstlerbücher
Atelier und Edition FANAL, Basel
Das Atelier Fanal wurde 1966 von den Künstlern Marie-Thérèse Vacossin und Marcel Mazar [1926–2009] gegründet. Ursprünglich als Künstleratelier und Lehrstätte konzipiert, vermittelte Vacossin Grundlagen der Malerei mit Fokus auf Komposition, reine Formen, Harmonie und Farbgestaltung, während Mazar Töpferkurse anbot. Bald darauf richtete Mazar, der auch Lithograf war, das Atelier für Druckgrafik ein und legte damit den Grundstein für die späteren grafischen Aktivitäten von Fanal.
Zunächst für eigene Projekte genutzt, kamen später auch Auftragsarbeiten für andere Künstler hinzu. Die Idee, eine eigene Edition zu gründen, stammte von André Schweizer, der Vacossin und Mazar dazu anregte, die Druckaktivität um eine Editionstätigkeit zu erweitern. Ein entscheidender Wendepunkt war kurz darauf die Begegnung mit Jean Gorin im Jahr 1978. Die Zusammenarbeit mit ihm gab dem Vorhaben eine klare Gestalt: Gorin unterstützte das Projekt massgeblich und prägte dessen inhaltliche Ausrichtung.
Bereits 1979 erschien das Künstlerbuch Ecrits et 3 sérigraphies von Jean Gorin. Es markierte den Beginn der Éditions Fanal und bestimmte zugleich den Fokus auf die Konstruktive Kunst – eine Kunstform, die auf geometrischer Strenge, Klarheit und einer hohen Sensibilität für Form und Farbe beruht. Fanal verstand sich als Ort der künstlerischen Zusammenarbeit zwischen Kunstschaffenden und spezialisierten Druckerinnen und Druckern. Diese enge Kooperation ermöglichte es, die technischen und ästhetischen Möglichkeiten der Serigraphie und Radierung experimentell zu erkunden. Die Produktion blieb bewusst limitiert, um den exklusiven Charakter der Arbeiten zu bewahren.
In den 45 Jahren der Editionstätigkeit entstanden Werke von 88 Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart, vorwiegend aus dem Bereich der Konstruktiven Kunst. Produziert wurden Serigraphien, Radierungen und Künstlerbücher in kleinen, sorgfältig realisierten Auflagen. Von Beginn an folgte die Edition einer klaren Linie: der Förderung einer Kunst, die auf Präzision, innere Ordnung und Selbstbezüglichkeit setzt. Die zahlreichen Begegnungen und Kooperationen über die Jahre hinweg bestätigten Fanal immer wieder in dieser Haltung.
Die Werkstätten befanden sich in den Dachräumen einer ehemaligen Papiermühle mit rund 500 m² Fläche. Dort standen Arbeitsräume für Serigraphie und Radierung sowie ein kleiner Ausstellungsbereich zur Verfügung, der Kunstschaffenden der konstruktiven Richtung die Präsentation von Originalwerken ermöglichte.
